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Praxisserie: Gutes Aussehen ist nicht alles – aber es hilft!

03.05.2011 - Themen: Dress Code, Praxisserie
Gutes Aussehen ist nicht alles

Nur sieben kurze Sekunden entscheiden über den ersten Eindruck, den Sie beim Vorstellungsgespräch hinterlassen und dieser wird zu 55 Prozent von Ihrem äußeren Erscheinungsbild geprägt. Ihr Outfit ist sozusagen Ihre Visitenkarte. Wenn es nicht sitzt, müssen Sie im Gespräch doppelt punkten, um den möglicherweise falschen Eindruck zu korrigieren. Die Konsultation des Kleiderschrankes darf vor einem Bewerbungsgespräch also ruhig ein wenig mehr Zeit in Anspruch nehmen.

Studium und Ausbildung hin oder her – wem es an Umgangsformen und stilsicherem Auftreten mangelt, hat mit guten Noten allein oft keine Chance. Das Problem: Kaum jemand ist selbstkritisch genug, sich in diesem Bereich Defizite einzugestehen und Hilfe anzunehmen.  Das bestätigt auch Image-Coach Birgit Wolf gegenüber ZEIT online. Schließlich werde man im Alltag selten auf unangemessenes Verhalten hingewiesen, ergänzt sie. Und auch im Absageschreiben wird sich kaum die Begründung „unpassend gekleidet“ finden. Seit der Einführung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes geben Unternehmen aus Angst vor Klagen kein offenes Feedback. Besser ist es also, den eigenen Äußerlichkeiten von vornherein genügend Aufmerksamkeit zu widmen, damit Sie bereits mit dem ersten Eindruck punkten können.  Und so geht’s:

Angepasst aber individuell

Zugegeben, das klingt nach einem Spagat, aber so schwierig ist es gar nicht. Ihr Outfit muss zu Ihrem zukünftigen Arbeitgeber passen und gleichzeitig sollten Sie sich darin wohlfühlen, denn in einer Verkleidung wirken Sie unsicher. Wer also schon angesichts Anzug und Krawatte Atemnot bekommt, muss sich fragen, ob der Job als Kundenberater einer Bank wirklich der richtige für ihn ist. Grundsätzlich gilt noch immer: Mit einem Anzug, Kostüm oder Hosenanzug in gedeckten Farben können Sie bei einem Bewerbungsgespräch kaum etwas falsch machen. Durch passendes Accessoires, zum Beispiel ein Tuch, Schmuck oder eine besondere Krawatte, können Sie Ihrem Outfit eine individuelle Note verleihen. Aber Vorsicht: Überladen Sie sich nicht, Sie bewerben sich ja nicht als Christbaum.

Hochwertig aber nicht protzig

Müssen Sie sich ein Bewerbungsoutfit neu zulegen, sollten Sie auf Qualität achten. Auch Studenten mit schmalem Geldbeutel sind besser beraten, wenn sie in diesem Fall den Pfennig nicht zweimal umdrehen. Wer Wert auf gute Qualität seiner Kleidung legt, macht einen kompetenten und selbstbewussten Eindruck. Doch Vorsicht: Zuviel des Guten kann schnell protzig wirken. Sie sollten nicht augenscheinlich teurer gekleidet sein als Ihr Gesprächspartner und keinesfalls wandelnde Litfasssäule zum Vorstellungsgespräch erscheinen. Gute Kleidung erkennen auch Ungeübte am hochwertigen Material und einem perfektem Sitz. Labels und Markennamen müssen dafür nicht zur Schau getragen werden.

Sauber aber nicht neu

Flecken, Falten, fehlende Knöpfe – keine Frage, erscheinen Sie so bei Ihrem potentiellen Arbeitgeber, können Sie sich auch gleich wieder verabschieden. Dass Ihre Kleidung tadellos in Ordnung sein muss, versteht sich von selbst. Das heißt aber nicht, dass Sie Hemd oder Sakko erst eine Stunde vor Termin aus der Originalverpackung schälen sollen. Es empfiehlt sich sogar, das Outfit schon einmal getragen zu haben, um zu wissen, wie es sich anfühlt. Kneift die Hose oder verrutscht der Blazer unvorteilhaft im Sitzen? Komme ich auf den Absätzen (höher als fünf Zentimeter sollten diese übrigens nicht sein) unfallfrei eine Treppe hinauf und wieder hinunter? Durch ein Probetragen können Sie all diese kleinen Makel rechtzeitig beheben, die Sie sonst nervös auf dem Stuhl hin und her rutschen lassen.

Farbig aber nicht bunt

Nur weil Sie grau zum Vorstellungsgespräch tragen, heißt das nicht, dass Sie auch sonst als graue Maus durchgehen. Bei der Farbwahl sollten Sie sich in erster Linie nach der Branche richten, in der Sie künftig arbeiten wollen. Während angehende Unternehmensberater eher nach dem klassisch dunklen Anzug greifen, dürfen Bewerber um Kreativposten auch gerne trendbewusster auftreten. Dennoch muss die Kleidung dem Gegenüber und der besonderen Situation Respekt zollen. Ganz wichtig für die Herren: Die Farbe der Socken muss zum Anzug und den Schuhen passen. Wild gemusterte, mit animalischen Motiven versehene Krawatten bleiben ebenso wie der witzige Simpsons-Schlips bis zum nächsten Karneval im Schrank.

10 zusätzliche Tipps für ein perfektes Bewerbungsoutfit

  • Beinfein: Frauen sollten immer Strümpfe oder Feinstrumpfhosen tragen – auch bei sommerlichen Temperaturen.
  • Sportlich: Schlimmer als nackte Beine bei den Damen sind nur Tennissocken unter dem Anzug.
  • Blechschaden: Nasenringe oder Piercings sind nicht überall gern gesehen. Wer sie für das Vorstellungsgespräch entfernt, sollte sich genau überlegen, ob er den extravaganten Schmuck später im Job wieder tragen will.
  • Durchblick: Durchsichtige Stoffe wie Chiffon und dunkle Unterwäsche unter heller Kleidung sind tabu.
  • Einblicke: Tief ausgeschnittene Dekolletees und geschlitzte Röcke bei den Damen ebenfalls.
  • Mann der Tat: Sie können richtig zupacken? Schmutzige Fingernägel sind kein angemessener Beleg dafür.
  • Aloha!: Spaghetti-Top und Bermuda-Shorts – alles was an Strand erinnert, sollten Sie nicht zum Vorstellungsgespräch tragen.
  • Der Dreh mit dem Zeh: Barfüßig erscheint man grundsätzlich nicht zum Vorstellungsgespräch. Auch nicht in sommerlichen Sandalen. Tragen Sie immer geschlossene Pumps, Stiefel(letten) oder Halbschuhe.
  • Spieglein, Spieglein: Wenn Sie bei einem letzten Blick in einen großen Spiegel feststellen, dass Sie in Ihrem Outfit richtig gut aussehen, dann können Sie mitreißend auftreten und jeden Personalmanager von sich überzeugen.


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