Sie sind hier: Job suchen News & Tipps Karriere-Tipps
Sie sind nicht eingeloggt? Jetzt einloggen oder registrieren.

Typische Bewerbungsfehler

Erkennen heißt vermeiden

Bewerbungsfehler I: Masse statt Klasse

Ein typischer Denkfehler vieler Menschen besteht in der Überdosierung von Maßnahmen. Motto: „Viel hilft viel!“ Beispiel: Man hat eine Grippe, muss aber einen wichtigen Termin wahrnehmen. Der Arzt verschreibt ein Medikament und der Patient schluckt die halbe Packung, weil er schnell wieder gesund werden will. Viele Bewerber produzieren in diesem Sinne seelenlose Massen-Mailings, die unerwünschte Nebenwirkungen haben. Erstens ist es schade um die vergeudeten Ressourcen und zweitens steigt der Frust, wenn die Bewerbungsmappen immer wieder im eigenen Briefkasten landen. Im Zweifelsfall ist weniger mehr, denn die Qualität entscheidet. Dennoch sind manchmal 100 Bewerbungen nötig, um die passende Aufgabe zu finden.


Geduld und Beharrlichkeit bei der Jobsuche

Gehen Sie nicht mit dem Schleppnetz auf Jobsuche, sondern legen Sie hier und da wohlüberlegt einige Angeln aus. Bleiben Sie dabei geduldig und beharrlich. Achten Sie außerdem darauf, dass jede Ihrer Bewerbungen so abgefasst ist, als würden Sie nur diese eine versenden.
 

Bewerbungsfehler II: Mehr als 1,44 Euro Porto

Wer für seine Unterlagen einen Maxibrief benötigt, hat etwas falsch gemacht. Es sei denn, es werden Arbeitsproben verlangt – wie bei Journalisten oder Grafik-Designern. In der Regel sind überfrachtete Bewerbungsunterlagen aber eine Last. Kurzum: Bei allem berechtigten Stolz auf erworbene Zertifikate – nicht alle gehören in die Mappe. Es gibt Bewerber, die legen ihre Fluglizenz als Hobbyflieger bei oder Aufsätze, die sie irgendwo publiziert haben, die aber rein gar nichts mit der angestrebten Aufgabe zu tun haben. Hier ist weniger mehr.

 

Verschicken Sie Entscheidungshilfen

In Deutschland – so heißt es – sieht man Zertifikate und amtliche Bescheinigungen gern. Insbesondere im Vergleich zu den USA ist da etwas dran. Dennoch: In die Bewerbungsmappe gehören nur Nachweise, die für die Entscheidungsfindung hilfreich sind. Mit voranschreitendem Berufsleben sollten Sie Unterlagen aus lichter Vorzeit (etwa Schulzeugnisse und Praktikumsbescheinigungen) herausnehmen. Und auch das gibt es: Bewerber, die eine Teilnahmebestätigung über ein Bewerbertraining anfügen. Kein Kommentar! Alles andere, was für die Abrundung des Persönlichkeitsbilds dienlich sein könnte, darf gern im Vorstellungsgespräch thematisiert werden.

 

Bewerbungsfehler III: Auftritt wie ein Bittsteller

Nein, zwischen geeigneten Bewerbern und Stellenanbietern gibt es kein wirkliches Machtgefälle. Schrauben Sie sich in diese Haltung gar nicht erst hinein, auch wenn Sie bereits Absagen kassiert haben und sich die ersten Zweifel an den eigenen Chancen melden. In Wirklichkeit ist die Situation ausgeglichen, denn beide Seiten stehen vor einem Problem: Der eine sucht eine Aufgabe, die passt – der andere hat eine Aufgabe und sucht jemanden, der passt. So einfach ist das und dennoch oft so schwer.

 

Zur Situation der Personalentscheider

Das deutsche Arbeitsrecht schützt die Besitzer von Arbeitsplätzen und schadet jenen, die keinen haben oder einen neuen suchen. Ist ein Mitarbeiter erst einmal eingestellt, wird der Arbeitgeber ihn nicht so schnell wieder los, wenn er sich als ungeeignet erweist. Die Folge: eine Sicherheitsmentalität auf Seiten der Entscheider, die keine möglicherweise erfolgsträchtigen Experimente in Personalangelegenheiten zulässt.

 

Bewerbungsfehler IV: Der Aktenvermerk-Gesichtsausdruck

Manche Bewerber vermitteln im Vorstellungsgespräch den Eindruck, dass es nicht um Leben und Tod ginge – sondern um noch viel mehr. Die vorsätzlich wichtige Miene wirkt allerdings meist sehr gekünstelt und fördert nicht gerade eine entspannte Gesprächsatmosphäre. Natürlich darf man die Stunde der Wahrheit auch nicht auf die leichte Schulter nehmen, aber Unternehmen suchen bevorzugt Mitarbeiter, die mit Freude bei der Sache sind und sich für etwas begeistern können. Also: Gesicht entkrampfen und wenn es zum Gesprächsinhalt passt, dürfen Sie ruhig auch mal freundlich schauen und lächeln.

Das gilt ganz besonders für Bewerber, die eine Tätigkeit anstreben, die ein hohes Maß an Kontaktstärke erfordert. „Wer nicht lächeln kann“, heißt es in einem chinesischen Sprichwort, „sollte kein Geschäft aufmachen.“ Allerdings muss man sich auch nicht gleich wegschmeißen vor Lachen, wenn der Gesprächspartner einen Witz macht.

 

Bewerbungsfehler V: Geld ist für mich nicht so wichtig

Die Grundregel Nummer eins im Vorstellungsgespräch heißt, keinen Unsinn zu reden. Dabei ist es völlig unerheblich, ob das Gesagte tatsächlich Unfug ist oder ob es bei anderen nur so ankommt. Ein Bewerber, der bei der Einkommensfrage zu Protokoll gibt, dass er an Geld nicht sonderlich interessiert sei, muss mit einem oder mehreren der folgenden stillen Vorwürfe rechnen:

  • Heuchler (meint wohl, dafür Punkte zu bekommen)
  • Moralist (beklagt womöglich die Ökonomisierung der Welt)
  • Idealist (zu weich für ein wirtschaftliches Umfeld, das durch einen harten Wettbewerb gekennzeichnet ist)


Selbstloses Gehabe wirkt unglaubwürdig und weckt Misstrauen. Natürlich dürfen Sie auch nicht ins andere Extrem fallen und Geldgier als den wichtigsten Antriebsmotor benennen.

 
 

Dieser Text stammt aus: Claus Peter Müller-Thurau, Die 101 häufigsten Bewerbungsfehler. Haufe Verlag 2004. 176 Seiten mit CD-ROM. € 16,80 [D].

Bestellen Sie jetzt!

 
 
Buch-Tipp

Claus Peter Müller-Thurau, Die 101 häufigsten Bewerbungsfehler. Haufe Verlag 2004. 176 Seiten mit CD-ROM. € 16,80 [D]

Jetzt bestellen!

 
 
 
AGB | Impressum | Sitemap | Hilfe | Kontakt | Feedback | Partnerprogramm | Datenschutz
Über uns | Mediadaten | Presse | Partnernetzwerk | JobTV24
© Copyright 2012 by CareerBuilder München GmbH. Alle Rechte vorbehalten
JobScout24 bietet Jobs und Stellenangebote für qualifizierte Fach- und Führungskräfte.