Was das Netz so alles kann…
Einmal pro Woche ist manche Tageszeitung doppelt so dick wie an allen anderen Tagen: Die frischen Jobanzeigen sind da. Über Zeitungen finden seit Jahrzehnten Jobsucher und Arbeitgeber zueinander. Doch ein vergleichsweise junger Zeitungskonkurrent kann neben der reinen Vermittlung noch eine Menge mehr bieten: Das Internet ist mittlerweile eines der wichtigsten Medien für die Suche nach einer neuen Stelle. Kennt der Nutzer die Chancen und Risiken dieses schnellen Kommunikationsmittels, steht einer erfolgreichen Online-Bewerbung nichts im Wege.
Am Frühstückstisch beim Kaffee mit der Zeitung in der Hand aktuelle Jobangebote zu studieren, mag gemütlich sein. Wer allerdings nicht seitenweise unpassende Offerten durchblättern möchte, kann die Kaffeetasse auch mit vor den Bildschirm nehmen und online recherchieren. Mit ein paar raschen Eingaben und Klicks holen sich Nutzer moderner Suchportale passende Angebote aus dem Netz – keine Anzeigen für Kinderbetreuer mehr, wenn man doch auf der Suche nach einem Posten als Werkstattleiter ist.
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Mindestanforderungen beachten, aber nicht zu eng auslegen
Schnell und leicht geht die Suche im Netz von der Hand. Doch Jobsuchende sollten sich nicht vom Komfort zur Nachlässigkeit verführen lassen: Wer ernsthaft eine neue Stelle haben möchte, sollte zum Beispiel die Firmen sorgfältig auswählen, die er oder sie anschreibt. Auch bei den Mindestanforderungen sollte man genau hinsehen. Fordert eine Firma sehr gute Französisch- und Spanischkenntnisse, ist es eher unklug sich zu melden, wenn man eine von beiden Sprachen nie gelernt hat – auch wenn die nötigen Texte für eine Online-Bewerbung schon vorbereitet auf der Festplatte liegen.
Heilig sind Mindestanforderungen natürlich auch nicht: Wer gut Französisch und mäßig Spanisch beherrscht, kann es im genannten Beispiel natürlich versuchen. Je spezieller die Anforderungen, desto eher machen Personaler Abstriche beim Bewerberprofil.
Nur warnen kann man vor unaufgefordert zugeschickten Job-Angeboten im Stil von „Bis zu 1000 Euro monatlich – ganz ohne Aufwand“. Oft fordern die Versender pauschale Vorauszahlungen, gerne als „Gebühren“ verklausuliert. Damit geben sie sich endgültig als nicht vertrauenswürdig zu erkennen.
Auch bei digitalen Bewerbungsschreiben auf die Form achten
Ist die Entscheidung für ein seriöses Zielunternehmen gefallen, gilt es weiterhin mit ruhiger Hand zu arbeiten: Ein allzu schnell getipptes Anschreiben lässt den Bewerber als wenig sorgfältig erscheinen. Denn auch eine Online-Bewerbung ist ein offizielles Schreiben mit allen dafür gültigen Anforderungen: korrekte Anrede, keine Rechtschreibfehler, keine kopierten Standardtexte.
Vor dem Schreiben über den Adressaten informieren
Beim Formulieren sollte der Bewerber schnell zum Punkt kommen. Denn in sechs bis acht Zeilen sollte er unter anderem klar machen, warum er sich für das angeschriebene Angebot interessiert. Das setzt voraus, dass sich der Jobsuchende vorher über das jeweilige Unternehmen, seine Produkte, seine Standorte und Geschäftsideen informiert hat.
Zeit sparen mit eigenem Netzauftritt
Wer sich regelmäßig bewirbt, beispielsweise für immer neue Projekte, kann sich diese Arbeit mit einer eigenen Internetseite erleichtern. Auf die kann der Bewerber in seinem Anschreiben verweisen und spart sich so den Aufwand, für jede neue Bewerbung die Unterlagen zu kontrollieren und zu aktualisieren: Es reicht, wenn der Seiteninhaber die Inhalte seiner Homepage auf dem neuesten Stand hält.
Bei der Gestaltung einer Internetseite gilt einmal mehr: Vorsicht vor übereilten Entscheidungen. Um Jobs oder Aufträge zu werben, sollte die Seite nicht überladen und auf mögliche Arbeitgeber abgestimmt sein. Das ist vor allem dann wichtig, wenn der Seitenbetreiber in der IT-Branche oder einer verwandten Sparte Arbeitgeber finden möchte. Denn Kommunikationsunternehmen achten besonders auf eine aussagekräftige Selbstdarstellung im Netz.
Die Jobsuche mit einem Becher Kaffee vor dem Bildschirm ist also alles in allem bequem und effizient – wenn man ein Auge auf die Qualität des eigenen Bewerbungsmaterials hat.