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Ihre Spuren im Netz: Wenn Internetauftritte zum Problem werden

Bewerbungsexperte Felix Struening von ABSOLVENTA zum Thema Online Reputation

Der Bewerber erscheint perfekt: Im Anschreiben beschreibt sich Max Mustermann als beruflich gut vernetzt und kommunikationsfreudig, in seinem Lebenslauf sind zwei aussagekräftige Praktika in Medienunternehmen als erste Berufserfahrung aufgeführt. Doch die Suche bei Google wirft ein ganz anderes Licht auf den Bewerber: Das schlecht gepflegte Xing-Profil weist lediglich eine einstellige Zahl relevanter Kontakte auf, bei Studi-VZ finden sich Bilder oben ohne und alkoholisiert auf einer Party und die Kommunikationsfreudigkeit beschränkt sich auf ein paar pamphletische Kommentare in Blogs.

Auch Recruiter kennen Studi-VZ und Facebook

Dieses – zugegeben überzogene – Beispiel soll zeigen, dass immer mehr Personaler im Netz nach Informationen über Bewerber suchen, insbesondere bei Berufseinstei-
 
gern, deren CV noch nicht sehr viel aussagt. Glaubt man dem PR-Experten Klaus Eck, überprüft rund jeder dritte Personaler die Online-Wirkung der Bewerber. Laut einer Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater lehnen sogar 57 Prozent der Personaler Bewerbungen ab, wenn ihnen die digitalen Spuren des Bewerbers nicht gefallen.
Doch es geht keineswegs darum, im Internet unsichtbar zu werden, denn erstens wollen die Recruiter ihren Kandidaten ja finden und zweitens sind (negative) Inhalte Dritter nicht zu vermeiden. “Niemand sollte dem Irrglauben unterliegen, dass keine negativen Informationen im Web zu finden sind, wenn man selber nichts falsch macht”, so Klaus Eck im Interview. Ziel sei es deswegen, die ersten 30 Suchergebnisse bei Google mit eigenen, positiven Inhalten zu füllen.

Ego-Googeln ist angesagt

Zunächst gilt es den Ist-Zustand festzustellen, also den eigenen Namen zu Googeln, Ego-Googeln genannt. Ein Google-Alert informiert, wenn etwas Neues erscheint. Für das Monitoring eignen sich auch spezielle Personensuchmaschinen wie myON-ID oder kostenpflichtige Dienste wie ReputationDefender. Einem Profil können dort passende Webtreffer zu- geordnet werden. Wer sich jetzt noch in Businessnetzwerken wie Xing oder LinkedIn profiliert und dort wiederum geeignete Webinhalte verlinkt, macht schon mal ein gutes Bild. Als nächstes sollten die Einstellungen zur Privatsphäre bei Social Media Profilen wie Facebook oder Studi-VZ überprüft und gegebenenfalls verschärft werden.

Man kann auch positiv im Internet auffallen

Wer bei Kommentaren in Blogs und der Kommunikation per Twitter zukünftig aufpasst, was er sagt, betreibt eine sinnvolle Prävention. Etwas aufwändiger, aber besonders effektiv – vor allem bei einem weit verbreiteten Namen – ist die eigene Homepage oder ein Blog. Am besten natürlich unter einer Domain wie www.Vorname-Nachname.de, ist diese bereits vergeben, empfiehlt Klaus Eck die Branchenbezeichnung oder ein passendes Keyword mit aufzunehmen, etwa www.Vorname-Nachname-PR.de. Wer sich hier gut darstellt und etwa seine Hard Skills in Fachartikeln dokumentiert, zeigt dem suchenden Personaler, wie er nach außen kommuniziert und auftritt. Unter Umständen ist das “Online-Interesse” des Recruiters damit bereits gestillt.
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