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Bewerbung - Kardinalfehler und Türöffner  

Wie die Bewerbung sonst verschlossene Türen offen hält. Wenn man sich nicht gerade für eine extrem überlaufene Unternehmensberatung oder ein top-dotiertes Auslandspraktikum interessiert, sind die Voraussetzungen deutlich moderater als beim Ernstfall nach dem Studium. Trotzdem sind einige Dinge zu beachten und typische Kardinalfehler zu vermeiden.  
 

“...ich studiere germanistik und theaterwissenschaften auf leeramt und will nächstes semester...”

Groß und klein zu unterscheiden ist nicht nur auf dem Klo wichtig, sondern auch bei der Rechtschreibung. Gerade bei der Onlinebewerbung werden oft alle Regeln über Bord geworfen. Dabei ist die E-Bewerbung mittlerweile fast gleichrangig neben die postalische getreten und wird von vielen Unternehmen sogar favorisiert.

Hierbei sollte beachtet werden, dass das eigentliche Anschreiben im Body der Email stehen sollte und nur die Anlagen wie Foto und Lebenslauf als Attachment beigefügt sein sollten. Auch sollte man den Email-Eingang nicht komplett mit Riesendateien und gescannten Siegerurkunden zuballern.

Im Pflichtprogramm sollten Anschreiben, Lebenslauf und Foto enthalten sein - was man dem Unternehmen sonst noch zuschickt, sollte man von Fall zu Fall und in Bezugnahme auf die Stellenausschreibung entscheiden. Nicht jedes Zeugnis und nicht jede Arbeitsprobe interessiert gleichermaßen.

“Sehr geehrter Herr, Ihrer Stellenausschreibung entnehme ich, dass Sie eine Praktikantin für den Bereich XXX suchen. Ich interessiere mich sehr für den von Ihnen aufgezeigten Tätigkeitsbereich und bewerbe mich um die ausgeschriebene Position...”

Viele Praktikumsbörsen verfügen über Standardanschreiben, die von Bewerbern oft eins zu eins übernommen werden - wobei oft sogar vergessen wird, die relavanten Eintragungen zu machen. Eine solche Bewerbung ist natürlich zum Scheitern verurteilt.

“...möchte ich mich bei Ihrem Sender bewerben...”

Auch wenn es schwer fällt und man einen Haufen Bewerbungen zu schreiben hat, sollte man sich die Mühe machen, nicht nur ein einziges Anschreiben zu verfassen und dann zu variieren. Dabei kann nämlich eine Menge schief gehen, zum Beispiel wenn man dem Personalentscheider eines Printmagazines erzählt, wie gerne man bei seinem Sender arbeiten würde...

“...hoffe ich, Ihr Interesse geweckt zu haben und würde mich über die Einladung...” 

Das A und O jeden Anschreibens ist es, Interesse zu wecken. Viele verstehen darunter, einen möglichst ausgefallenen Weg zu wählen - seinen Lebenslauf als Pizzaserviceflyer zu gestalten oder Mappen im Überformat einzusenden. Dies ist aber eigentlich nicht nötig, kann im Gegenteil sogar nerven.
  
Jedem Entscheider fällt schon positiv auf, wenn der Bewerber sich mit dem Unternehmen und seinen Produkten und Dienstleistungen befasst hat, zum Beispiel dessen Webseite besucht hat und Informationen zusammen getragen hat. Und dies auch im Anschreiben erkennbar wird. Ebenso wichtig und hilfreich ist es, dem Entscheider ein bisschen Einblick in seine Persönlichkeit zu geben. Womit beschäftigt sich der Bewerber, wo liegen seine Stärken? Hierzu gehören private Engagements und auch Nebenjobs. Wer im Callcenter jobbt, kann gut telefonieren und kann auch auf Kunden losgelassen werden. Wer in gut besuchten Kneipen kellnert, ist stressgeprüft.

 

“...ich habe gestern meine Bewerbung zum Briefkasten gebracht und wollte fragen, ob sie schon da ist...”

Nachfassen ist gut und richtig. Nerven ist falsch. Wer sich nach einer angemessenen Zeit nach dem Stand der Dinge erkundigt, zeigt, dass er den Job haben will. Wer sich jedoch im Zwei-Tages-Rhythmus nach dem Aufenthaltsort seiner Mappe erkundigt, wird sie bald wieder in den Händen haben.

 

“...würden wir Sie gerne zu einem Vorstellungsgespräch einladen..."

Nicht nur die Qualifikation ist für die Einladung zu einem Bewerbungsgespräch entscheidend. Auch das Passbild spielt eine große Rolle. Wie eine Studie der Universität Mannheim herausfand, waren maskulin wirkende Bewerberinnen und Bewerber deutlich im Vorteil, sie  wurden für belastbarer, durchsetzungsfähiger und führungskompetenter gehalten.

 

Empfehlungen für die eigene Bewerbung

Um herauszufinden, welchen Einfluß die äußere Erscheinung bei einer Bewerbung hat, bestimmten die Forscher eine Gruppe von Studenten und legten ihnen eine genaue Beschreibung der ausgeschriebenen Position vor. Dann wurden ihnen fingierte Bewerbungsmappen von verschiedenen Personen gegeben. Alle Bewerber waren gleich gut für die Stelle qualifiziert, einzig ihre Passbilder variierten. Vier Typen galt es zu beurteilen: eher maskulin wirkende Frauen, feminine Frauen, sowie maskulin und eher feminin wirkende Männer. Für Jobs, die „männliche“ Kompetenzen wie Durchsetzungsfähigkeit und Führungsqualität erforderten, wurden durchgehend die maskulinen Typen bevorzugt. Bei Stellenausschreibungen, die „weibliche“ Kompetenzen erfordern, wie Fähigkeit zur Kommunikation und Einfühlungsvermögen, waren allerdings feminine Bewerber/-innen klar im Vorteil.


Man sollte also genau darauf achten, welche Anforderungen an den Bewerber gestellt werden. Je nach Stellenprofil, sollte man sich auf dem Passbild dann eher maskulin oder feminin präsentieren. Eine Hochsteckfrisur statt offenen Haaren, ein Hosenanzug statt Rüschenbluse, kleine Details wirken oft Wunder. Denn wie sagt schon ein Sprichwort: Kleider machen Leute!

 

Quelle: www.unicompact.de

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